Konzept
Zettelkasten
Schreib nicht ab, was andere sagen. Schreib auf, was du selbst darüber denkst, und sammle diese Gedanken an einem Ort.
- 1
Stelle markieren
Du liest einen Artikel, ein PDF oder ein Transkript und markierst, was dich packt. Ein Tipp auf „Kerngedanke“ hält die Stelle fest.
Stelle markieren
Du liest einen Artikel, ein PDF oder ein Transkript und markierst, was dich packt. Ein Tipp auf „Kerngedanke“ hält die Stelle fest.
- 2
In eigenen Worten
Oben steht das Zitat, darunter schreibst du, was es für dich bedeutet. Was du selbst formulierst, behältst du besser als das, was du nur unterstreichst.
In eigenen Worten
Oben steht das Zitat, darunter schreibst du, was es für dich bedeutet. Was du selbst formulierst, behältst du besser als das, was du nur unterstreichst.
- 3
Wiederkommen lassen
Aus dem Kerngedanken machst du ein Lernformat deiner Wahl, hier eine Karteikarte. Im Feed fragt sie dich ab, und Mnemorya legt sie dir wieder vor, kurz bevor du sie vergisst.
Wiederkommen lassen
Aus dem Kerngedanken machst du ein Lernformat deiner Wahl, hier eine Karteikarte. Im Feed fragt sie dich ab, und Mnemorya legt sie dir wieder vor, kurz bevor du sie vergisst.
Stell dir eine Schachtel voller kleiner Zettel vor. Auf jedem steht genau ein Gedanke, in deinen eigenen Worten. Mit der Zeit verweisen die Zettel aufeinander, und aus vielen kleinen Ideen wird ein großes Netz. Das ist ein Zettelkasten. Er ist kein Lager für Abgeschriebenes, sondern eher ein Gesprächspartner.
Berühmt gemacht hat ihn Niklas Luhmann, ein Soziologe aus Bielefeld. Ab den 1950er-Jahren schrieb er rund 90.000 Zettel. Am Ende standen über 70 Bücher und Hunderte Aufsätze, wobei die genauen Zahlen je nach Quelle schwanken. Heute liegt sein Zettelkasten an der Universität Bielefeld und ist im Internet einsehbar. 2017 erklärte Sönke Ahrens die Methode in seinem Buch How to Take Smart Notes für alle.
Abschreiben geht schnell, aber der Kopf schaut dabei kaum hin. Wer einen Gedanken in eigene Worte fasst, muss ihn erst verstehen. Genau dieses Umformen sorgt dafür, dass er hängen bleibt. Ein bekannter Versuch fand, dass wörtliches Mitschreiben am Laptop schlechter ist als eigene Notizen von Hand. Ein späterer, größerer Nachbau konnte das aber nicht klar bestätigen. Sicher ist: Eigene Worte schlagen bloßes Kopieren.
In Mnemorya markierst du in deinen Quellen, egal ob Text, Video oder Podcast, eine Stelle. Dann schreibst du den Gedanken in deinen eigenen Worten als Kerngedanke auf. Bei Podcasts und Abschriften kann die KI dir Kerngedanken vorschlagen. Das Umformen in deine Worte bleibt aber der Teil, der wirkt.
Wissenschaftliche Grundlage
Die Arbeiten, auf denen diese Methode beruht. Jede ist über ihren DOI direkt nachprüfbar — nachschlagen ist ausdrücklich erwünscht.
Ahrens erklärt, wie Luhmanns Zettelkasten funktioniert und wie man damit eigene Gedanken sammelt und verknüpft.
How to Take Smart Notes: One Simple Technique to Boost Writing, Learning and Thinking. CreateSpace Independent Publishing Platform.
Wer beim Lesen Zusammenfassungen in eigenen Worten schrieb, erinnerte sich besser als jemand, der nur Wörter abschrieb.
Notetaking and depth of processing. Contemporary Educational Psychology, 4(2), 145–153.
doi.org/10.1016/0361-476X(79)90069-9Wer am Laptop mitschrieb, notierte mehr wörtlich und schnitt bei Verständnisfragen schlechter ab; ein Nachbau von 2021 fand diesen Unterschied allerdings nicht klar wieder.
The Pen Is Mightier Than the Keyboard. Psychological Science, 25(6), 1159–1168.
doi.org/10.1177/0956797614524581
Weitersehen
Das Thema in Bewegung.
Ausgewählte Videos zum Vertiefen. Die Links öffnen direkt bei den jeweiligen Urhebern auf YouTube.


